Ein moderner 18V-Akku ist oft teurer als das nackte Gerät selbst. Trotzdem behandeln viele Heimwerker ihre Energiespeicher wie ein Stück altes Eisen. Wer seine Akkus lieblos in der eiskalten Garage liegen lässt oder sie bis zum letzten Tropfen ausquetscht, darf sich nicht wundern, wenn die Kapazität nach zwei Jahren im Keller ist. Lithium-Ionen-Zellen sind kleine Chemiefabriken – und die brauchen ein bisschen Zuwendung, um über Jahre hinweg volle Power zu liefern.
Li-Ion Akku richtig lagern im Winter: Keller, Garage oder Wohnung?
Frost ist der absolute Endgegner für die Zellchemie. Wenn die Elektrolyte im Inneren einfrieren oder zu zähflüssig werden, steigt der Innenwiderstand extrem an. Wer einen eiskalten Akku direkt ins Schnellladegerät steckt, riskiert Mikrorisse in der Anode – der Akku ist danach Schrott oder verliert massiv an Kapazität.
Der ideale Ort: Die Garage ist im Winter tabu. Der Dachboden im Sommer (Hitze über 40°C) ebenfalls. Such dir einen Platz im Haus oder Keller bei 10 bis 20°C. Trocken muss es sein, damit die Kontakte nicht korrodieren.
Der 80/20-Mythos: Warum du deine Akkus nie ganz voll oder ganz leer lagern solltest.
Viele denken: „Ich lade ihn voll, dann ist er bereit.“ Das ist der größte Fehler. Ein zu 100 % geladener Akku steht unter hohem „chemischem Stress“. Die Zellspannung ist am Anschlag, was die Alterung beschleunigt. Genauso gefährlich ist „ganz leer“: Durch die natürliche Selbstentladung kann der Akku in die Tiefentladung rutschen, wodurch das BMS (Batteriemanagementsystem) den Akku aus Sicherheitsgründen dauerhaft sperrt.
Werkzeug-Akku Kapazität prüfen mit einfachen Hausmitteln.
Wie merkt man, dass der Akku schlappmacht? Die LED-Anzeige lügt oft, weil sie nur die Spannung im Leerlauf misst. Der wahre Test passiert unter Last. Wenn dein Akkuschrauber beim Anlaufen kurz „zuckt“ oder die Drehzahl sofort in den Keller geht, sobald die Schraube ins Holz greift, bricht eine Zelle im Verbund ein. Ein deutliches Zeichen ist auch, wenn der Akku beim Laden extrem heiß wird – dann ist der Innenwiderstand so hoch, dass Energie in Wärme statt in Chemie umgewandelt wird.
Tiefentladung vermeiden: Warum sich mein Einhell Akku von selbst entlädt.
Eigentlich haben Li-Ion Akkus eine sehr geringe Selbstentladung. Aber: Das BMS im Inneren verbraucht selbst eine winzige Menge Strom, um die Zellen zu überwachen. Wenn du den Akku monatelang im Gerät (z. B. im Rasenmäher) stecken lässt, können Kriechströme den Akku leersaugen. Bei manchen Einhell- oder Billig-Akkus ist die Schutzschaltung nicht perfekt getrennt.
| Zustand | Risiko | Empfehlung |
|---|---|---|
| 0% (Leer) | Defekt durch Tiefentladung | Sofort nachladen |
| 50% (Halbvoll) | Keines | Ideal zur Lagerung |
| 100% (Voll) | Schnellere Zellalterung | Nur vor Gebrauch voll laden |